Bildung

Grundbildung

Allgemein
 

Als engste Mitarbeiterin der Ärztin oder des Arztes empfängt die Medizinische Praxisassistentin die Patientinnen und Patienten und hilft ihnen, wenn nötig, sich für die Untersuchung vorzubereiten. Sie assistiert bei ärztlichen Verrichtungen, legt Verbände an, verabreicht Injektionen, bedient Apparate, pflegt und sterilisiert Instrumente, macht Röntgenaufnahmen und führt im Labor Blut-, Urin- und Stuhluntersuchungen durch. Dazu organisiert sie den Verlauf der Sprechstunde, bedient das Telefon und erledigt einen grossen Teil der administrativen Arbeiten. Sie ist in der Regel die erste Anlaufstelle für die oder den Patienten und trägt damit einen grossen Teil zum Image der Praxis bei.

Persönliche Anforderungen für die Ausbildung

 
Erwartet werden neben einer gepflegten Erscheinung mit sicherem Auftreten und guten Umgangsformen vor allem ein freundliches und einfühlsames Verhalten gegenüber Patientinnen und Patienten. Wichtig sind daneben eine rasche Auffassungsgabe, geistige Beweglichkeit, Organisationstalent, logisches selbständiges Denkvermögen und insbesondere ein hohes Mass an Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Seelische Belastbarkeit und Verschwiegenheit gehören generell zu den Eigenschaften jeder Berufssparte im Gesundheitswesen.

MPA-Ausbildung

 
Während die Ausbildung zur Arztgehilfin bis 1996 nach einem privatrechtlichen Reglement der FMH an Privatschulen erfolgte, selber finanziert werden musste und mit dem Diplom der Verbindung der Schweizer Ärzte (DVSA) abschloss, werden die angehenden Medizinischen Praxisassistentinnen (MPA) seit dem Herbst 1996 gemäss Berufsbildungsgesetz ausgebildet. Die Ausbildung steht unter der Aufsicht des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und der kantonalen Ämter für Berufsbildung. Mit Ausnahme von drei Kantonen wird nur noch ein Ausbildungsweg angeboten, die dreijährige Lehre.

Per 1. Januar 2010 sind die neue Bildungsverordnung BiVo und der neue Bildungsplan in Kraft getreten. Sie betreffen alle Lernenden, die ihre Ausbildung seit dem August 2010 aufgenommen haben. Der Bildungsplan - bereits 2012 erstmals revidiert - definiert die Handlungskompetenzen, die Lektionentafel der Berufsfachschule sowie die Organisation, die Aufteilung und Dauer der Überbetrieblichen Kurse. Ab dem 1. Januar 2013 gelten die neuen Bestimmungen über das Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel. Neu gilt keine Altersgrenze mehr, die Lehre kann nach Abschluss der 9 obligatorischen Schuljahre angetreten werden.

Per 1. Januar 2019 treten die revidierte Bildungsverordnung BiVo und der revidierte Bildungsplan in Kraft.
 
Download Ausbildungs- und Prüfungsreglement 1996 dt

Download Verordnung über die berufliche Grundbildung 2009 dt
Download Bildungsplan berufliche Grundbildung Januar 2012 dt

Download Bildungsplan fr berufliche Grundbildung Januar 2012 fr
Download Bildungsplan it berufliche Grundbildung Januar 2012 it 

Download Anhang 2 begeitende Massnahmen der Arbeitssicherheit 2017 dt

Download Verordnung über die berufliche Grundbildung 2019 dt
Download Bildungsplan berufliche Grundbildung 2019 dt
Download Bildungsplan berufliche Grundbildung 2019 fr
Download Bildungsplan berufliche Grundbildung 2019 it


Ausbildungsberechtigung

 
Lernende dürfen nur in Betrieben ausgebildet werden, die gewährleisten, dass das ganze Ausbildungsprogramm vermittelt wird, allenfalls auch dann, wenn sich Lehrbetriebe verpflichten, einzelne Teile der Ausbildung in einem anderen Betrieb vermitteln zu lassen. Zur Ausbildung von Lernenden sind berechtigt Ärzte in Zusammenarbeit mit ständig beschäftigten gelernten Medizinischen Praxisassistentinnen oder Arztgehilfinnen DVSA oder gelernten Personen verwandter Berufe, die mindestens zwei Jahre im gesamten Berufsfeld der Medizinischen Praxisassistentin gearbeitet haben (z.B. Medizinische Laborantinnen mit Röntgenberechtigung oder Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen).

Schnupperlehrstellen

 
Der SVA und die FMH geben gemeinsam ein gesamtschweizerisches Schnupperlehrstellen-Verzeichnis für die Ausbildung von medizinischen Praxisassistentinnen heraus. Die im Verzeichnis aufgeführten Arztpraxen erklären sich bereit, nach Absprache Schülerinnen im Stadium der Berufswahl zu einer Schnupperlehre aufzunehmen und einen Einblick in die Berufsarbeit der Medizinischen Praxisassistentin zu gewähren. mehr
 

Modelllehrgang

 
Zur neuen MPA-Ausbildung gemäss Bildungsverordnung 2010 wurde kein Modelllehrgang erarbeitet. Berufsbildnerinnen und Lernenden steht der "Praxisleitfaden" zur Verfügung, verfasst von Dr. med. E. Schalch und zu beziehen beim Schweizerischen Ärzteverlag EMH.

Validierung von Bildungsleistungen

Nach dem Berufsbildungsgesetz vom 13. Dezember 2002 können berufliche Abschlüsse auch durch die Validierung von Bildungsleistungen erreicht werden. Damit ist es möglich, die Berufs- und Lebenserfahrung von Erwachsenen auch formal (mit eidg. Fähigkeitsausweis EFZ) anzuerkennen.

Allgemeine Informationen zur Validierung finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI unter folgendem Link

Damit Kandidatinnen und Kandidaten zur Validierung als Medizinische Praxisassistentin EFZ / Medizinischer Praxisassistent EFZ zugelassen werden, müssen sie über mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (aufgerechnet auf ein 100%-Pensum) verfügen. Davon müssen mindestens 3 Jahre (ebenfalls aufgerechnet auf ein 100%-Pensum) im Bereich der Medizinischen Praxisassistentin EFZ / des Medizinischen Praxisassistenten EFZ erfolgt sein. Zusätzlich müssen die Kandidatinnen und Kandidaten glaubhaft machen, den Anforderungen der Abschlussprüfung zu genügen.

Qualifikationsprofil  Bestehensregeln
  

Lehrstellenliste

 
Der SVA führt aus Aktualitätsgründen keine Lehrstellenliste. Auskünfte über freie Lehrplätze sind erhältlich bei den Kantonalen Berufsbildungsämtern oder bei der Schweizerischen Lehrstellenbörse.

Berufsschulen

 
Eine Liste aller Berufsschulen für MPA kann hier heruntergeladen werden.
 
 

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