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Einen digitalen Fussabdruck hinterlassen – wie geht denn das?
29.03.2021
Der SVA, bekannt für die Entwicklung von fachlich hochstehenden und interessanten Weiterbildungen, nahm sich 2019 vor, eine neue, einzigartige Weiterbildungsreihe für die medizinische Praxiskoordinatorin zu gestalten.
Längst war es an der Zeit, auch für die MPK ein adäquates Bildungsgefäss anzubieten. 2020 - einige Monate nach der zündenden Idee - war es soweit. Genau 100 interessierte und wissensdurstige MPK trafen sich im März 2020, in Zürich, am ersten MPK-Symposium.
Die Weiterbildung war ein Erfolg, die Nachfrage gross und so hiess es, nach dem MPK-Symposium ist vor dem MPK-Symposium.
Eine neue Weiterbildungs-Ära wurde geboren.
Bereits im Frühsommer 2020 nahm der SVA-ZV die nun neu anstehenden Vorbereitungsarbeiten in Angriff. Ein passendes Datum musste gefunden und ein neues Tagungsthema definiert werden. Der nächste, herausfordernde Schritt lag nun darin, Sponsoren und interessierte Referenten für das Symposium zu gewinnen.
Die Zeit verging wie im Flug, bereits im Dezember waren die meisten Details besprochen und organisiert. An der Hoffnung festhaltend, auch das 2. MPK-Symposium live durchführen zu können.

Ende Januar musste sich der SVA-Zentralvorstand die jedoch alles entscheidende Frage stellen: Sagen wir das Symposium auf Grund der aktuellen Pandemiesituation ab oder bieten wir dem Corona-Virus und der damit in den vergangenen Monaten so stark gewachsenen Digitalisierung die Stirne?

Die Entscheidung fiel schnell, ohne Gegenargumente und mit faszinierendem Support aus allen Richtungen. Innerhalb wenigen Wochen wurde die bisherige Organisation auf den Kopf gestellt und eine für medinische Gesundheitsfachpersonen, bis anhin noch nie durchgeführte, einzigartige digitale Weiterbildungsmöglichkeit entwickelt.

Das Informatikunternehmen «Madlab» setzte alle erdenklichen Hebel in Bewegung, die man sich nur ansatzweise vorstellen kann. Von der Instruktion der neuen Plattform jedes einzelnen Mitarbeiters, des Erstellens, Koordinierens und Integrierens der Sponsoren am virtuellen Sponsorenstand bis hin zur Instruktion der Teilnehmenden und dem Erwerb von neuem Material investierte das Unternehmen «Madlab» dasselbe Herzblut wie die Referenten, die ihre zum Teil bereits erstellten Präsentationen und Workshops umplanen und anpassen mussten.

Der Startschuss zum 2. MPK-Symposium, das erste Mal in digitaler Version, fiel am Donnerstag, 18.03.2021 um 09.00 Uhr als Nicole Thönen, die Zentralpräsidentin des SVA, gesamthaft sagenhafte 151 Anwesende, davon 116 neugierige und wissensdurstige MPK, über den Bildschirm begrüssen durfte.  
Die zugeschalteten Teilnehmer*innen, meist in gemütlicher Position zu Hause oder im Büro, schienen einen entspannten Eindruck zu hinterlassen. Nicht so die Zentralpräsidentin, die angespannt und etwas nervös, von Scheinwerfern beleuchtet und umgeben von Bildschirmen vor einer grünen Aufnahmewand sass.  

Der Erste Weiterbildungsblock richtete sich an alle Teilnehmer*innen. René Meier dozierte zum Thema BVG-Aspekte – wie lese ich einen Vorsorgenachweis, Teilzeitangestellte und Vorsorgeoptionen. Ein spannendes Thema, das alle Angestellten betrifft. Auch die anschliessende Vorstellung des Projektes PEPra (saez_2020_19420.pdf (fmh.ch)) war sehr spannend und informativ.

Nach der Pause und einigen kleinen technischen Hürden, die von den Informatikern schnellstens und unter Hochdruck bewältigt werden konnten, teilten sich die Teilnehmer*innen in die zwei bekannten Fachrichtungen (klinisch und praxisleitend) auf.
Somit wurden nun parallel zwei Sessions live ausgestrahlt. Das ausführliche und spannende praxisleitende Thema «Arbeitsrecht» (moderiert durch Bruno Gutknecht, ehem. Geschäftsführer des SVA) beantwortete viele Fragen, mit denen sich oftmals nicht nur eine leitende MPA zu befassen hat.
Die klinische Fachrichtung widmete sich zunächst dem Thema «Rauchstopp» und vertiefte anschliessend passend dazu das Thema der «anspruchsvollen Kommunikation nicht nur mit dem Patienten, sondern auch dessen Angehörigen.

Nach der Mittagspause ging es frisch gestärkt in den jeweiligen Fachrichtungen weiter. Ab jetzt wurden unglaubliche 4 Livereferate gleichzeitig ausgestrahlt. Wo sich die praxisleitende Richtung vertieft dem Thema «Der herausfordernde Patient» beschäftigte wurden in den klinischen Fachrichtungen im Bereich Diabetes, Pneumologie und Herzkreislauf jeweils themenspezifische Referate mit anschliessenden Workshops im Peer-Coaching behandelt. Den Referentinnen und Referenten ist es trotz digitaler Durchführung gelungen, hochstehende, spannende, interaktive und abwechslungsreiche Situationen zu gestalten. Mit der Präsentation von spezifischen Fallbeispielen, die in einzelnen Gruppen bearbeitet und anschliessend präsentiert wurden, waren die Anwesenden zu höchster Aufmerksamkeit verpflichtet und wurden so dazu aufgefordert, sich aktiv in die Weiterbildungsreihe einzubringen und mitzuarbeiten. Wer lieber etwas mehr im Hintergrund bleiben wollte, hatte die Möglichkeit, die Chatfunktion als Kommunikationsmittel zu nutze. Während dem ganzen Symposium wurden gesamthaft 632 Chat-Nachrichten versandt.

Das digitale MPK-Symposium bot den Teilnehmer*innen während den Live-Moderationen zwei weitere Highlights an, welche bis anhin sicherlich einmalig waren! Einerseits war dies der Besuch der digitalen Ausstellung. 5 Sponsoren (Medics-Labor, GSK, Novartis, Novo Nordisk, Vifor Pharma) wurden ebenfalls live dem MPK-Symposium zugeschalten und präsentierten ihre neusten Angebote. Auch hier war es möglich, sich direkt mit den anwesenden Vertretern auszutauschen, Fragen zu stellen und sogar Material zu bestellen.

Das zweite Highlight war das «Networking» (von uns auch liebevoll «Speed-Dating» genannt). Teilnehmer*innen konnten sich zum Speed-Dating anmelden und wurden nach dem Zufallsprinzip mit einer anderen Person verbunden. Während nun zwei Minuten hatten man die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen; und sollte diese Zeit nicht ausreichen, so konnte das Gespräch um weitere 2 Minuten verlängert werden. Die Statistik zeigt, dass 53 Speed-Datings stattgefunden haben.

Ein weiterer Höhepunkt darf an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden:
Dank der digitalen Durchführung des MPK-Symposiums ist es den Teilnehmer*innen möglich, eine weitere, einmalige Zusatzleistung zu geniessen:
Wer beispielsweise live dem Fachbereich «Diabetes» zugeschaltet war, hat jetzt nachträglich die Möglichkeit, sich all die Referate aus den übrigen Fachbereichen in aller Ruhe von zu Hause aus zu Gemüte zu fügen. Alle Live-Referate wurden aufgenommen und stehen nun zum nachträglichen Genuss zur Verfügung.

Um 17.00 Uhr konnte das MPK-Symposium mit nur wenigen Minuten Verspätung erfolgreich abgeschlossen werden. Durchschnittlich waren die Teilnehmer*innen während7 Stunden live dem Symposium zugeschalten. Eine unglaublich faszinierend hohe Teilnehmerquote, die das Interesse, das aktive Mitmachen und die Präsentation spannender Referate bestätigt.

Nun endlich konnte sich nicht nur die Zentralpräsidentin des SVA etwas entspannen, sondern auch das Informatiker-Team der Firma Madlab durfte das erste Mal tief durchatmen, sich eine Pause gönnen und etwas essen.

Der Firma Madlab ist es gelungen, dank minuziöser und einzigartigerer Vorbereitung und Planung - verbunden mit immensem Zeitaufwand - dem Schweizerischen Verband für medizinische Praxis-Fachpersonen SVA, ein bisher einzigartiges, digitales Erlebnis für unsere Berufsgruppe zu gestalten.
Ich möchte mich an dieser Stelle erneut für den kaum in Worte möglich zu fassendem Aufwand und Einsatz bedanken!! Dank Eurem einwandfreien Fachwissen und einzigartigen immensen Einsatz ist es Euch gelungen, dass wir einen sichtbaren, grossen digitalen Fussabdruck in der weiten «www-Welt» hinterlassen dürfen! Immer wieder gerne werden wir mit Euch gemeinsam neue herausfordernde Projekte in Angriff nehmen!

In welcher Form das 3. MPK-Symposium stattfinden wird ist noch nicht definitiv beschlossen. Sicher ist jedoch, dass Du Dir bereits jetzt den Donnerstag, 24.03.2022 reservieren solltest!


Für den SVA,

Nicole Thönen
Zentralpräsidentin                                      Bilder vom Symposium